Interview mit André Goatham (GAPA Travel Panama)

Lieber André, Panama gilt schon seit vielen Jahren als kaum mehr minder gefragtes Reiseziel als das gemeinhin etwas bekanntere Costa Rica. Auch Airlines erkennen dies und steigern ihre Direktverbindungen nach Panama-City.

Liebe Katrin, Du hast völlig recht: Panama ist längst kein Geheimtipp mehr, aber im Vergleich zu Costa Rica wird es in Europa noch viel zu selten als Reiseziel wahrgenommen. Die meisten kennen vor allem den berühmten Panamakanal, dabei hat unser Land noch so viel mehr zu bieten! Panama ist unglaublich vielseitig: Über 30% der Landesfläche sind Natur- und Nationalparks, wir haben eine reiche Geschichte, kulturelle Vielfalt und mit Panama-City eine beeindruckende, moderne und multikulturelle Hauptstadt. Nicht zu vergessen: die traumhaften Inseln auf beiden Seiten des Landes – im Pazifik wie auch in der Karibik.

Auch preislich ist Panama attraktiv geblieben. Die Kosten für Reisen und Lebenshaltung sind in den letzten Jahren stabil und aktuell wirkt sich der schwache US-Dollar zusätzlich positiv für europäische Gäste aus.

Einmal den Panamakanal sehen! Sollte dieses imposante Bauwerk immer noch auf keiner Reise fehlen? Welche Variante empfiehlst Du und was hat die vermeintliche ‚Metropolitan Area‘ Panama-City sonst noch zu bieten?

Die meisten unserer Gäste entscheiden sich für die Teildurchquerung des Panamakanals – und das aus gutem Grund: Meiner Meinung nach, ist es nach wie vor der Ausflug, bei dem man am meisten vom Kanal sieht und erlebt. Ein weiteres Highlight ist die Agua-Clara-Schleuse auf der Atlantikseite, Teil des neuen Schleusensystems für die sogenannten Neo-Panamax-Schiffe. Ein Besuch lässt sich wunderbar mit einer privaten Bootstour auf dem Gatún-See verbinden und man sieht auch hier die großen Containerschiffe auf ihrem Weg durch den Kanal. 

Auch innerhalb der Stadt kommen Naturfreunde auf ihre Kosten: Der Parque Natural Metropolitano ist ein geschütztes Gebiet von 232 Hektar, das größtenteils aus feuchttropischem Primärwald besteht. Der Park beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an Baum- und Pflanzenarten und bietet einen wunderbaren Einblick in die reiche Biodiversität Panamas, inklusive eines herrlichen Ausblicks auf die Skyline von Panama-Stadt.

Nicht verpassen sollten Naturfreunde außerdem eine Wanderung auf den Cerro Ancón, den höchsten Punkt der Stadt. Der Weg führt durch dichten Wald, in dem man mit etwas Glück Tukane, Faultiere, exotische Schmetterlinge, Affen und zahlreiche Vogelarten beobachten kann. Oben angekommen wird man mit einem atemberaubenden Panoramablick über die Stadt, den Kanal und den Hafen belohnt und steht direkt neben der größten wehenden Panama-Flagge des Landes.

Apropros ‚grün‘: Soeben habt Ihr die Travelife Partner Stage erreicht, engagiert Euch bereits seit vielen Jahren in nachhaltigen Projekten im Land und legt auch bei Eurer Produktgestaltung den Fokus auf Begegnungen und Erlebnissen mit der lokalen Bevölkerung. Kannst Du hier ein paar Beipiele nennen?

In Panama liegt der Fokus stark auf Panama-Stadt. Dort konzentrieren sich Wirtschaft, Investitionen und Infrastruktur. Genau deshalb war es uns von Anfang an wichtig, gezielt nachhaltige Projekte außerhalb der Hauptstadt zu unterstützen, insbesondere in Regionen, in die der Staat kaum investiert. Heute arbeiten wir mit lokalen Gemeinschaften in verschiedenen Teilen des Landes zusammen, unter anderem in Oria Arriba, Isla Cañas, Hato Chami und auf Isla Cristóbal in Bocas del Toro.

Bei unseren Ausflügen begegnen unsere Gäste Dorfbewohnern, die bisher kaum Kontakt mit dem Tourismus hatten und erleben so das echte, unverfälschte Panama. Es sind Begegnungen auf Augenhöhe, geprägt von Respekt, Neugier und kulturellem Austausch. Unsere Reisen ermöglichen nicht nur authentische Erlebnisse, sondern leisten auch einen Beitrag zur lokalen Entwicklung.

Wenn Du aktuell drei Hoteljuwelen (im Land verteilt) für FIT-Reisende empfehlen solltest, welche wären das?

In Panama City, genauer gesagt in der Altstadt Casco Viejo, ist mein persönlicher Favorit das Sofitel Legend. Das Hotel befindet sich in einem stilvoll restaurierten Kolonialgebäude direkt am Meer und bietet einen spektakulären Blick auf die Skyline von Panama-Stadt. Historisches Ambiente trifft hier auf modernen Luxus – eine perfekte Kombination.

Nur etwa zwei Stunden entfernt, im grünen Hochland von El Valle de Antón, gibt es seit kurzem ein weiteres Highlight: das Hotel La Compañía del Valle. Es zählt zu den wenigen Fünf-Sterne-Hotels im Inland inmitten der Natur und verbindet gehobenen Komfort mit der Ruhe und Frische dieser vulkanischen Bergregion.

Und in der Provinz Chiriquí, auf der traumhaften Isla Palenque, liegt mein absoluter Geheimtipp: das Isla Palenque Resort. Dieses exklusive Boutique-Resort mit Fünf-Sterne-Standard bietet alles, was man sich für einen unvergesslichen Aufenthalt wünschen kann, von Privatsphäre und Naturverbundenheit bis hin zu exzellentem Service und feiner Küche.

Welche weiteren besonderen Spots oder lokalen Erlebnisse sollten auf einer Panama Reise nicht fehlen?

Gerade entlang der Küsten ist Panama touristisch noch nicht vollständig erschlossen. Es gibt noch viele Orte, an denen man tagsüber ganz allein durch Nationalparks wandern oder an weißen Sandstränden entspannen kann – ohne Menschenmassen, Lärm oder Trubel. Ein solcher Geheimtipp ist die Gegend rund um Boca Chica in der Provinz Chiriquí.

Ein kulturelles Highlight sind die zahlreichen Feste auf der Halbinsel Azuero. Besonders bekannt sind die farbenfrohen Pollera-Umzüge, bei denen hunderte Einheimische in traditionellen Trachten durch die Straßen tanzen. Die Pollera ist die nationale Tracht der panamaischen Frauen, dessen Wert bei hochwertigen Exemplaren leicht mehrere tausend US-Dollar betragen kann.

Für Rückfragen stehen Euch André ( ) oder Nicolas ( ) jederzeit zur Verfügung!

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